Tom Horn

 

(Geb. 21. November 1860, Memphis, Missouri; 

gest. 20. November 1903, Cheyenne, Wyoming.

Cowboy, Eisenbahner, Postkutscher, Fuhrmann, Armeekundschafter, Ordnungshüter, Bergmann, Pinkerton-Detektiv, Range-Detektiv, Soldat, Auftragskiller.)

Der auf einer Farm in Missouri geborene und aufgewachsene Horn lief im Alter von vierzehn Jahren von zu Hause weg, nachdem er wegen wiederholten Schulschwänzens von seinem Vater ausgepeitscht worden war, und zog gen Westen. Er arbeitete in Newton, Kansas, bei der Eisenbahn und heuerte dann als Fuhrmann auf dem Santa-Fe-Trail an. Bald darauf bekam er eine Anstellung als Postkutscher, trat aber 1876 als Kundschafter in den Dienst der Armee und wurde 1885 Nachfolger des berühmten AL-Sieber als Chef des zivilen Kundschaftercorps. Horn spielte eine wichtige Rolle - die allerdings nicht so herausragend war, wie er später behauptete - auf dem Feldzug, der zur Festnahme von Geronimo führte. Während des Pleasant Volley War in Arizona verdingte er sich 1887 als Revolvermann und wurde anschließend zum Deputy Sheriff des Yavapai County ernannt. Nebenbei schürfte er auf einem Claim in der Nähe von Tombstone nach Gold.

Im Jahr 1890 wurde Hom von der Pinkerton Detective Agency in Denver, Colorado, angestellt, und 1892 trat er als Range-Detektiv in die Dienste der Wyoming Cattle Growers'Association. Für den Verband der Rinderzüchter warb er Revolvermänner an; er nahm aber nicht an Johnson County War teil, der daraufhin folgte. 1894 wurde Horn von der Swan Land & Cattle Company angeheuert - offiziell als Zureiter, vor allem aber, so nimmt man an, als Killer, der arme Rusder und lästige Heimstättensiedler beseitigen sollte. Sobald ein Mitglied der Company den Namen eines Störenfriedes nannte, spürte Horn dem Betreffenden vermutlich nach und kundschaftete seine Lebensgewohnheiten aus. Dann legte er sich in den Hinterhalt und tötete ihn mit seinem Scharfschützengewehr. Anschließend sammelte er die ausgeworfenen Patronenhülsen ein, beseitigte sämtliche Beweise, schob aber, sozusagen als Markenzeichen, zwei Steine unter den Kopf des Opfers, verließ den Tatort und nahm sein Honorar, sechshundert Dollar, in Empfang.

Gelegentlich reiste Horn, ein großer und kräftig gebauter, normalerweise aber eher reservierter Mann, nach Denver oder Cheyenne und erging sich dort in wüsten Zechgelagen. Bei Ausbruch des Spanisch-Amerikanischen Krieges meldete er sich zum Militär und diente während des Feldzuges in Kuba als Nachschuboffizier. Nach Kriegsende kehrte er nach Wyoming zurück und wandte sich wieder seinem blutigen Gewerbe als Auftragskiller zu.

Horn wurde 1901 von John Coble angestellt, der nördlich von Laramie, in der Nähe von Iron Mountain, eine große Ranch besaß. Horn freundete sich dort mit der Schulmeisterin Glendolene Kimmel an, deren Familie mit einem benachbarten Heimstätten-Siedler namens Kels P. Nickell in Fehde lag. Da auch Coble den Farmer für einen Störenfried hielt, beschloß Horn, den Mann zu töten. Er erschoß jedoch irrtümlich Nickells vierzehnjährigen Sohn und löste einen derartigen Aufruhr aus, daß sich der Ordnungshüter Joe LeFors auf seine Fersen heftete.

LeFors folgte Horn nach Denver, machte ihn dort betrunken und entlockte ihm eine Art Geständnis, das von den mithörenden Deputies schriftlich festgehalten wurde und aufgrund dessen er festgenommen und wegen Mordes verurteilt werden konnte. Einmal noch gelang ihm die Flucht aus einem Gefängnis in Cheyenne, in dem er bis zur Hinrichtung einsaß, doch er wurde umgehend von einem Streifenpolizisten wieder in Gewahrsam genommen. In den letzten ihm verbleibenden Monaten schrieb er seine - verständlicherweise - etwas einseitige Autobiographie. Trotz der flehentlichen Bitten von Miss Kimmel und sämtlicher juristischen Winkelzüge der Viehbarone und ihrer Anwälte wurde Tom Hom im November 1903 gehängt.

 

Schießereien: 8. Juli 1900, Cold Springs Mountain, Routt County, Colorado. Der Tod von Matt Rash ist ein typisches Beispiel dafür, wie Horn während eines Jahrzehntes seine Opfer beseitigte. In diesem Fall nannte er sich James Hicks, zog ohne großes Aufsehen in Rashs Nachbarschaft und spähte den Rustler heimlich aus. Als Rash an einem Sommertag kurz nach dem Mittagessen - er hatte ein Steak mit Kartoffeln verzehrt - aus dem Haus trat, eröffnete Horn von seinem Versteck aus das Feuer. Rash wurde dreimal getroffen; ein vierter Schuß tötete seine Fuchsstute.

Während Horn ins weit entfernte Denver eilte, um sich ein Alibi zu verschaffen, torkelte Rash in die Hütte und schleppte sich zu seiner Bettstatt. Er tunkte die Finger in sein eigenes Blut und wollte auf einem Briefumschlag eine Nachricht hinterlassen, wurde jedoch vorher vom Tod ereilt.

3. Oktober 1900, Routt County, Colorado. »Nigger Isom« Dart, ein schwarzer Cowboy, wurde von den Rinderzüchtern, in deren Diensten Tom Horn stand, des Viehdiebstahls verdächtigt. Horn, der sich nach wie vor James Hicks nannte, legte sich etwa zweihundert Meter von Darts Hütte entfernt mit einem 30-30er Gewehr auf die Lauer. Als Dart nach dem Frühstück mit fünf Freunden aus der Hütte kam und zum Viehpferch ging, gab Horn zwei Schüsse ab und fügte Dart eine tödliche Kopfverletzung zu.

Darts Gefährten flohen in die Hütte, blieben den ganzen Tag über in Deckung und schlichen sich erst nach Einbruch der Dunkelheit davon. Zwei Tage später ritt ein schwerbewaffneter Trupp vor und begrub Darts Leiche

18.Juli1901, Powder River, bei Cheyenne, Wyoming. Horn hatte sein nächstes Opfer, den Heimstätten-Siedler Kels P. Nickell, ausgespäht und wollte ihm auflauern, wenn dieser mit dem Heuwagen von seiner Farm nach Cheyenne führe. Zu fortgeschrittener Morgenstunde ging er auf einem Hügelkamm, von dem aus er sowohl die Powder River Road als auch Nickells Heimstätten-Farm überblicken konnte, in Stellung.

Gegen 15 Uhr 30 spannte Nickells vierzehnjähriger Sohn zwei Pferde vor den Heuwagen, warf eine Flinte auf das Gefährt und fuhr zum Weidegatter. Als der hochaufgeschossene Junge, der Hut und Mantel seines Vaters trug und aus dreihundert Metern Entfernung durchaus mit diesem verwechselt werden konnte, absprang, um das Gatter zu öffnen, nahm Horn ihn ins Visier und jagt ihm eine Kugel in den Kopf. Der junge Nickeil raffte sich noch einmal auf und torkelte zum Wagen, als Horn ihm eine weitere Kugel in den Leib schoß. Als die verzweifelten Eltern zu ihrem sterbenden Sohn rannten, war Horn bereits aufgesessen und ritt weg.

9. August 1903, Cheyenne, Wyoming. Horn und ein Mithäftling namens Jim McCloud stürzten sich auf Deputy Sheriff Richard Proctor. Proctor gab vier Schüsse ab, verletzte McCloud leicht, wurde dann aber überwältigt. Die beiden gelangten ins Freie, worauf McCloud auf ein Pferd aus dem Gefängniscorral sprang und davongaloppierte. Nach kurzer Verfolgungsjagd wurde er eingeholt und überwältigt. Horn, der zu Fuß geflüchtet war, wurde von einem Stadtbewohner namens O.M.Eldrich gestellt. Eldrich feuerte mehrmals mit seiner Pistole auf Horn und fügte ihm einen Streifschuß am Kopf zu. Horn hingegen war mit dem erbeuteten Revolver nicht vertraut und konnte die Sicherung nicht lösen, worauf er von Eldrich niedergerungen wurde. Ein Trupp hinzueilender Polizisten brach seinen Widerstand und schleppte ihn ins Gefängnis zurück.

 

(Der Filmstar Steve McQueen, spielte 1980 die Geschichte von Tom Horn nach. "Ich Tom Horn")

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