Virgil Earp

 

Virgil Earp, der nach dem Gunfight am O.K. Corral durch mehrere Schrotflintenschüssc aus dem Hinterhalt niedergestreckt wurde. Er überlebte den Anschlag und starb 1905 eines natürlichen Todes. (Arizona Histmical Society)

Geb. 1843 in Hartford, Kentucky; gest. 1905 in Goldfield, Nevada. Soldat, Farmer, Postkutschenfahrer, Ranchhelfer, Arbeiter, Prospektor, Ordnungshüter, Detektiv.)

 

Virgil zog mit seiner umtriebigen Familie von Kentucky nach Illinois und später nach lowa. Im Alter von siebzehn Jahren lief er mit einem sechzehnjährigen Mädchen namens Ellen weg, das ihm, obwohl die Eltern die Ehe für ungültig erklären ließen, eine Tochter namens Jane schenkte. Bei Ausbruch des Bürgerkrieges meldete sich der gerade achtzehnjährige Virgil mit seinen älteren Brüdern Newton und James freiwillig zum Militär und diente während des gesamten Konfliktes bei der Armee der Nordstaaten.

Nach dem Krieg wurde Virgil Postkutschenfahrer in Council Bluff, lowa, wo er seine zweite Frau Allie kennenlernte. 1870 wurde er mit Wyatt, James und Morgan in Lamar, Missouri, in eine aufsehenerregende Straßenschlägerei mit fünf anderen Männern verwickelt. Danach folgte er seinen Brüdern nach Kansas und bekam einen Posten bei der Polizei von Dodge City. Von dort aus zog Virgil nach Prescott, Arizona, bewirtschaftete dort eine Farm, führ eine Postkutsche, arbeitete in einem Bauholzlager und suchte nach Gold.

Ende 1879 zogen Virgil und andere Mitglieder der Familie Earp nach Tombstone, wo Virgil sich mit allerlei Gelegenheitsarbeiten durchschlug, ehe er ein Jahr darauf Deputy Marshal wurde. Im Juni 1881, als sich die Fehde zwischen den Earps und der Clanton-Gruppe zuspitzte, wurde er zum Marshal ernannt. Virgil nahm an der Schießerei am 0. K. Corral teil und wurde infolgedessen aus dem Polizeidienst entlassen . Zwei Monate später wurde er, ebenfalls wegen der Ereignisse am O.K. Corral, aus dem Hinterhalt angeschossen. Nach Morgans Tod wurden Virgil und seine Frau sicherheitshalber nach Kalifornien geschickt. (Wenige Minuten nachdem er den Zug bestiegen hatte, wurde in der Nähe des Bahnhofs einer der Hauptverdächtigen für die Anschläge auf ihn und Morgan getötet.)

Zur Genesung hielt sich Virgil eine Zeitlang am Wohnsitz seiner Eltern in Colton, Kalifornien, auf. 1886 gründete er dort eine Detektei, kehrte dann auf der Suche nach Gold nach Arizona zurück und begab sich schließlich wieder nach Colton, wo er zum City Marshal gewählt wurde. Kurze Zeit später ging er mit seiner Frau erneut auf die Goldsuche und hielt sich in einem guten Dutzend Bergarbeitersiedlungen auf, ehe er 1905 in Goldfield, Nevada, an Lungenentzündung starb.

Schießereien: 

1876, Prescott, Arizona. Zwei Rabauken schossen auf der Straße herum und bedrohten den örtlichen Sheriff, einen gewissen Dodson, der sie festnehmen wollte, mit vorgehaltener Waffe. Nachdem die beiden die Stadt verlassen hatten, sammelte Dodson ein paar Männer um sich und jagte in einem leichten Wagen hinter den Übeltätern her. Als der Trupp an Virgils Haus vorbeikam, wurde auch er dienstverpflichtet und half mit, die beiden Männer in einen nahe gelegenen Canyon zu verfolgen. Dort unternahmen die beiden Eingekesselten einen Ausbruchsversuch, worauf es zu einer Schießerei kam. Als einer der Flüchtigen seinen Revolver nachlud, tötete Virgil ihn mit zwei Schüssen in den Kopf. Der andere ergab sich, nachdem er am Bein getroffen worden war.

Oktober 1880, Tombstone, Arizona. Virgil wurde von Marshal Fred White zum Deputy ernannt und sollte ihm bei der Festnahme des betrunkenen Unruhestifters Curly Bill Brocius beistehen. Als die beiden Ordnungshüter den Gesuchten in einer Gasse stellten, kam es zu einem Handgemenge, bei dem Curly Bills Waffe losging und White tödlich verletzt wurde. Curly Bill wurde daraufhin in Gewahrsam genommen, mußte aber später wieder freigelassen werden, da der sterbende White erklärt hatte, daß es sich um einen Unfall gehandelt habe.

26. Oktober 1881, Tombstone, Arizona. Am Abend zuvor hatte Virgil mit Ike Clanton, Tom McLaury und zwei weiteren Männern eine Runde Poker gespielt. Nach dem Spiel war es zu einem Wortwechsel zwischen Virgil und den Clantons gekommen, worauf Virgil seinen Revolver gezogen, Ike mit dem Lauf geschlagen und ihn vor das Nachtgericht geschleppt hatte. Am frühen Nachmittag des folgenden Tages näherte Virgil sich in Begleitung seiner »Deputies« Wyatt und Morgan Earp sowie Doc Holliday den beim O.K. Corral stehenden Angehörigen des Clanton-Clans und gab vor, sie entwaffnen zu wollen. Virgil rief: »Nehmt die Hände hoch«, worauf die Schießerei begann. Virgil wurde am Bein getroffen, feuerte aber weiter. Auch Morgan Earp und Doc Holliday wurden verletzt; Billy Clanton sowie Frank und Tom McLaury kamen ums Leben. Als die Schießerei vorüber war, rannte ein Arzt zu Virgil und untersuchte dessen Bein, stellte aber fest, daß die Kugel die Wade glatt durchschlagen hatte.

28. Dezember 1881, Tombstone, Arizona. Virgil verließ um 23 Uhr 30 den Oriental Saloon und wollte gerade die Straße überqueren, als mehrere Schrotflintenschüsse auf ihn abgefeuert wurden. Er wurde in ein benachbartes Hotel gebracht und auf einen Tisch gelegt, wo ein Arzt sein Hemd aufschnitt und die von Schrotkugeln durchsiebte linke Seite, den linken Arm und den Rücken bloßlegte. Als seine Frau erschien, tröstete Virgil sie mit den Worten : »Macht dir keine Sorgen, mit dem linken Arm kann ich dich immer noch an mich drücken.«

»Wyatt«, sagte er dann zu seinem Bruder, »wenn sie mich betäuben, darfst du nicht zulassen, daß sie mir den Arm abnehmen. Wenn ich schon unter die Erde muß, dann aber bitte mit beiden Armen.« Der Arzt fügte sich schließlich, soweit dies möglich war, und entfernte beim Herausschneiden der Schrotkugeln lediglich ein zehn Zentimeter langes Knochenstück.

 

Wyatt_ Earp

Morgan Earp
Doc_ Holliday
Frank Stillwell
Johnny Ringo
Joseph Isaak Clanton
William F._ Claiborne
Frank und Tom McLaury 
Tom_ Horn
zur Western-Corner
zurück zur Startseite

gebaut von Nubecita