John Henry ("Doc") Holliday

 

John Henry (»Doc«) Holliday, der berühmteste Zahnarzt des Westens. (Kansas Stute Historical Society, Tofieka)  

Geb. Anfang 1852 in Griffin, Georgier, gest. 8. November 1887, Glenwood Springs, Colorado.

Zahnarzt, Spieler, Saloonbesitzer.) 

Der aus einer wohlhabenden Südstaatenfamilie stammende Holliday studierte Anfang der siebziger Jahre Zahnmedizin. Etwa um diese Zeit erkrankte er an Tuberkulose und zog nach Westen, weil er sich vom dortigen Klima eine Linderung seines Leidens und ein längeres Leben versprach. Immerhin trotzte er fünfzehn Jahre der Krankheit und erwarb sich in dieser Zeit einen - allerdings übertriebenen - Ruf als eiskalter Killer. Er praktizierte gelegentlich als Zahnarzt, widmete sich aber vor allem dem Glücksspiel, zumeist als sogenannter Hausspieler in diversen Saloons. Er tauchte in zahlreichen Boomtowns des Westens auf, so unter anderem in Dallas und Fort Griffin, Texas, in Cheyenne, Wyoming, in Dodge City, Kansas, in Denver, Leadville und Pueblo, Colorado, sowie in Tucson und Tombstone, Arizona.

In Tombstone nahm Holliday an der Seite seines Freundes Wyatt Earp an dem legendären Gunfight am O.K. Corral teil. Berühmt wurde auch seine Geliebte, die Prostituierte Big Nosed Kate Eider. (Oftmals wird sie als Kate Fisher bezeichnet, tatsächlich aber handelte es sich um eine gewisse Katherine Eider aus Davenport, lowa. Möglicherweise wurden sie und Doc Holliday sogar in St. Louis getraut. Sie trennten sich 1881, nachdem sie Doc vorgeworfen hatte, er sei an einem Postkutschenüberfall beteiligt gewesen, bei dem der Kutscher Budd Philpot getötet worden war.) Holliday, der zusehends unter den Folgen der Tuberkulose sowie seiner Trunksucht litt, begab sich in den Kurort Glenwood Springs, wo er im Alter von fünfünddreißig Jahren starb.

                                            

Schießereien: 1.Januar 1875, Dallas, Texas. Holliday lieferte sich einen Schußwechsel mit einem einheimischen Saloonbesitzer namens Austin. Keiner von beiden wurde verletzt.

Juli 1879, Las Vegas, New Mexico. Holliday bewirtschaftete gemeinsam mit John Joshua Webb, vormals Ordnungshüter in Dodge City, einen Saloon in Las Vegas. Eine der Animierdamen war die Geliebte des Army Scout Mike Gordon, der sie dazu überreden wollte, ihren Job aufzugeben. Als sie sich weigerte, beschloß er, das Lokal zusammenzuschießen. Gordon stellte sich auf die Straße und gab zwei Schüsse auf das Gebäude ab, worauf Doc Holliday herauskam und ihn mit einer Kugel niederstreckte. Gordon starb am nächsten Tag.

Juni 1880, Las Vegas, New Mexico. Holliday, kurz zuvor auf der Durchreise in Las Vegas eingetroffen, stürmte in den Saloon, in dem Charley White als Barkeeper arbeitete. Ein paar Monate zuvor hatte Holliday White aus Dodge City davongejagt und als er jetzt in Las Vegas Station machte, wärmte er den alten Streit wieder auf. Nach einem kurzen Schußwechsel brach White hinter dem Tresen zusammen. Holliday nahm an, er habe White getötet, und verließ die Stadt. White jedoch hatte nur eine leichte Fleischwunde erlitten, die rasch wieder verheilte.

April 1881, Tombstone, Arizona. Mike Joyce, ein einheimischer Saloonbesitzer, behauptete in aller Öffentlichkeit, Holliday habe unlängst an einem Postkutschenüberfall teilgenommen. Aufgebracht stürmte Holliday in den Saloon, eröffnete das Feuer und verletzte Joyce an der Hand. Einer von Joyces Barkcepern, der unbeteiligt neben ihm gestanden hatte, wurde am Fuß getroffen.

26. Oktober 1881, Tombstone, Arizona. Am Vortag hatte Holliday, ein Freund und Bundesgenosse der Brüder Morgan, Virgil und Wyatt Earp, in deren Beisein den unbewaftheten Ike Clanton in einem Saloon in Tombstone beschimpft. Beim Zusammenstoß am O.K. Corral am darauffolgenden Nachmittag trat Holliday offiziell als Deputy City Marshal auf Seiten der Earps gegen den Clanton-Clan an. Als das Feuer eröffnet wurde, zog Doc eine Schrotflinte unter seinem langen Mantel hervor und legte auf Tom McLaury an.

McLaury, dessen Flinte noch im Sattelfutteral steckte, stand unbewaffnet hinter seinem Pferd. Frank McLaury, der von Wyatt bereits verletzt worden war, gab einen Schuß ab, der Hollidays Seite streifte. Dieser wiederum feuerte auf Tom McLaury, der unter dem rechten Arm von zwölf Schrotkugeln getroffen und auf der Stelle getötet wurde. Daraufhin zog Doc seinen Revolver und schoß auf Ikc Clanton, der sich jedoch unverletzt ins nächste Haus retten konnte.

20. März 1882, Tucson, Arizona. Zwei Tage zuvor war Morgan Earp in Tombstone ermordet worden - angeblich von fünf Männern, darunter auch Frank Stilwell. Wyatt und Warren Earp, Holliday, Sherman McMasters und Turkey Creck Jack Johnson hefteten sich auf die Fährte der Mörder. Keine achtundvierzig Stunden später entdeckten sie Stilwell in der Nähe des Bahnhofs von Tucson. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd wurde Stilwell von Holliday und den anderen vier Mitgliedern des Rächertrupps mit insgesamt dreißig Schrot- und Revolverkugeln niedergestreckt.

22. März 1882, Tombstone, Arizona. Zwei Tage nach der Rückkehr nach Tombstone spürte der Rächertrupp in einem unweit der Stadt gelegenen Holzfällerlager Florentino Cruz auf, einen weiteren Mordverdächtigen. Holliday und die anderen stellten ihn und mähten in mit »zehn bis zwölf Schüssen« nieder.

19. August 18S4, Leadville, Colorado. Doc Holliday, den das Glück verlassen hatte, hatte sich in Leadville bei einem Barkeeper namens Billy Allen fünf Dollar geborgt. Jetzt drängte Allen auf sofortige Rückzahlung, drohte Doc zu »verdreschen« und folgte ihm in einen Saloon. Holliday, der einen halben Zentner leichter war als sein Widersacher, zog den Revolver und gab einen Schuß ab. Allen wandte sich zur Flucht, geriet aber ins Stolpern und fiel hin. Holliday jagte ihm eine Kugel in den rechten Arm, worauf Allen auf die Straße stürmte. Doc Holliday wurde festgenommen, vor Gericht gestellt und freigesprochen.

 

Wyatt_Earp

Morgan Earp
Virgil Earp
Frank Stillwell
Johnny Ringo
Joseph Isaak Clanton
William F._ Claiborne
Frank und Tom McLaury 
Tom_Horn
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