Die blutige Seite von Gettysburg

Ulysses S. Grand   Robert E. Lee

 

Der Bürgerkrieg war der weitaus blutigste Krieg, der zwischen dem Ende der napoleonischen Kriege und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ausgefochten wurde, und er war der für USA verlustreichste Krieg, den sie je geführt haben. Im Bürgerkrieg kamen mehr amerikanische Soldaten ums Leben als in allen Kriegen des 20. Jahrhunderts, vom Ersten Weltkrieg bis zum Vietnam, zusammengenommen.

Die Unionsarmee verlor 360222 Mann, die Marine weitere 4804. Der konföderierte Gesamtverlust lässt sich nicht so genau ermitteln, doch dürfte die übliche Angabe von 258000 Toten der Wirklichkeit recht nahe kommen. Der prozentuale Verlust der Südstaaten übertraf damit, auf die weiße Bevölkerung gerechnet, den des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg um 25%

 

Die Opfer unter der Zivilbevölkerung lassen sich nur schwer abschätzen. Sie waren zweifellos viel geringer als die militärischen Verluste, aber gerade als die letzten Kriegsmonate müssen in den Südstaaten, als ganze Landstriche in Schutt und Asche gelegt wurden, Zehntausende von Menschen das Leben gekostet haben. Zum geringsten Teil waren das Opfer von Gewalteinwirkung, die meisten starben an Unterernährung und Krankheiten.

Auch die militärischen Verluste waren bei weitem nicht alle auf Gefechtseinbußen zurückzuführen. Nur bei 67088 der Toten der Unionsarmee handelt es sich um Gefallene im engeren Sinne des Wortes (killed in action) , 43012 weitere sind ihren Wunden erlegen. Dem stehen 224580 Mann gegenüber, die an Krankheiten, vor allem an Ruhr, Typhus und anderen Arten von „Lagerfieber“  und Lungenentzündung starben – 4114 bei Unfällen ums Leben Gekommene, 4944 Selbstmörder, 267 von der eigenen Seite Hingerichtet, 313 dem Hitzschlag Erlegene und 30192, die in Gefangenenlagern umkamen.Für die Konföderierten lassen sich wieder keine so genaue Angaben machen, doch scheinen 94000 im Kampf getötet oder tödlich verwundet worden sein, der Rest fiel ebenfalls zum größten Teil Krankheiten zum Opfer. Die Zahl der Verwundeten, die überlebten, belief sich in der Unionsarmee auf 275 157 , in der Konföderierten darf sie auf 220 000 geschätzt werden. Die Verwundetensterblichkeit lag demnach bei etwas 15%.

 

211411 Unionssoldaten und 462634 Konföderierten fielen in Gefangenschaft. Von den letzteren wurden 247769 sofort auf Ehrenwort entlassen, vor allem die, die in den letzten Kriegswochen in geschlossenen Verbänden kapitulierten. Während der ersten Kriegshälfte wurden die meisten Gefangenen bald ausgetauscht, dann brach der Norden diese Verfahrensweise ab, da man sich über den Status der Negersoldaten nicht einigen konnte und vor allem da Grant und andere Generäle die Ansicht vertraten, der zahlenmäßig unterlegende Süden würde bei einem Austausch auf der Basis eins zu eins begünstigt und der Krieg dadurch verlängert.

Die folge war, daß auf beiden Seiten riesige Gefahrenlager entstanden, in denen die zusammengepferchten Männer unter fürchterlichen sanitären Verhältnissen hausten. Der Süden, der kaum Soldaten zur Bewachung entbehren konnte und dem es an Verpflegung und Arzneimitteln für die eigenen Leute fehlte, mußte seine Gefangenen unter primitivsten Bedingungen unterbringen. Von den 194000 Unionssoldaten, die für Gefangenenlager gelangten, starben 30218. Die Bedingungen in den Lagern des Nordens waren nicht viel besser, obwohl die materiellen Voraussetzungen wesentlich günstiger gewesen wären: von den 214000 Insassen kamen 25976 ums leben.

 

 

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