Doors, The

  

Gesang: James Douglas Morrison   08.12.1943 - 03.07.1971

Gitarre: Robert Alan "Robby" Krieger   08.01.1948

Schlagzeug: John Densmore   01.12.1944

Keyboard, Orgel: Raymond Daniel "Ray" Manzarek 12.02.1939

Die Band The Doors wurde 1965 von Jim Morrison und Ray Manzarek am Strand von Venice Beach (Kalifornien) gegründet und nach dem Essay von Aldous Huxley The Doors of Perception (Die Pforten der Wahrnehmung) und einem Gedicht von William Blake benannt. Nachdem Morrison Manzarek einige seiner Kompositionen vortrug (unter anderem „Moonlight Drive“), war dieser von Morrisons poetischem Potential so beeindruckt, dass er ihm die Gründung einer Band vorschlug. Morrison und Manzarek, letzterer war in der Zeit vor der Bandgründung schon als Alleinunterhalter/Sänger und auch zeitweise als Gitarrist einer relativ unbekannten Band tätig, begannen mit der Suche nach passenden Musikern. Nach längerer vergeblicher Suche trafen sie zufällig Robbie Krieger und John Densmore bei einem Esoterikkurs; diese spielten genau die zur Vervollständigung erforderlichen Instrumente: Gitarre und Schlagzeug. Die Beschaffenheit der Gruppe sollte die eines „Diamanten“ sein, weshalb Ray Manzarek das Fehlen eines Bassisten dadurch kompensierte, dass er beidhändig Orgel und Orgelbass zugleich spielte – Ausdruck gediegenen Könnens. Krieger wiederum konnte besonders Morrison durch die klanglichen Möglichkeiten seines Bottleneck-Spiels beeindrucken.

Nach Gestaltwerdung der Band arbeiteten die Musiker hart. Der Weg zum Erfolg war steinig, das Abschließen eines Plattenvertrages sowie die Inszenierung erster profitabler Gigs erwies sich als widrig. Nach einigen Auftritten auf Geburtstagsfeiern und Hochzeiten unterschrieben sie einen Vertrag bei Columbia, die damals auch Künstler wie Bob Dylan unter Vertrag hatte. Allerdings kam keine Platte zustande, und kurz darauf wurde der Vertrag wieder aufgelöst

Die Doors spielten einige Zeit für wenig Geld im London Fog und wechselten dann ins legendäre Whiskey-A-Go-Go, in dem schon bekannte Bands aus Los Angeles wie Love gespielt hatten. Schließlich nahm Elektra Records die Doors unter Vertrag. Für Manzarek brachte der Vertrag auch eine nagelneue Vox-Continental-Orgel, die er darauf entgegennehmen konnte. Robbie Krieger wiederum nahm die Möglichkeit eines neuen Vox-Gitarrenverstärkers nicht wahr. Sein Fender war ihm zufolge zu dieser Zeit wohl einer der lautesten Verstärker.

Trotz weiterer Drogenerfahrungen, besonders in der Anfangszeit der Doors, bewahrte Manzarek eine gewisse Distanz zu den zu dieser Zeit teilweise üblichen Exzessen, wenngleich er Drogen nie kategorisch verurteilte. John Densmore war den Ausschweifungen etwas mehr abgeneigt, überhaupt war er wohl das Mitglied der Band, welches anscheinend am wenigstens in das Gefüge zu passen schien. Eine Anekdote aus dem Buch von Ray Manzarek („Light my fire“, nach dem gleichnamigen Hit) erzählt, wie Jim Morrison sich nach einem Konzert für den Rauswurf Densmores ausspricht und Manzarek ihn noch beschwichtigen kann.

Ray Manzarek gelang es, durch sein besonders kraftvoll-stimmiges Orgelspiel der Musik der Band seinen Stempel aufzudrücken, gleichsam brillierte er im dynamischen Zusammenspiel mit dem Gitarristen Krieger. Die aktive Zeit als Doors-Keyboarder war für Manzarek eine Zeit der höchsten Erfüllung, obschon er manchen Exzess und besonders die stärker werdende Persönlichkeitsspaltung des Leadsängers Morrison kritisch betrachtete. Bei den Live-Auftritten konnte Manzarek zumeist sogar über ein eigenes Mikrophon ins Geschehen eingreifen, weshalb seine tiefe, markige Stimme in vielen Live-Aufnahmen zu hören ist, bei der Interpretation von „Close To You“ singt er sogar komplett selbstNach dem Tod von Jim Morrison im Jahre 1971 (Paris) brachten die restlichen Band-Mitglieder noch zwei Alben heraus, die aber keine großen Erfolge wurden. Im April 1973 löste sich die Band auf. Zu einem Reunion-Konzert traten die drei überlebenden Doors-Mitglieder jedoch am 26. September 2000 nochmals zusammen, gemeinsam mit mehreren Sängern (darunter Ian Astbury ), die Morrisons Part übernahmen.

Das Jahr 2002 brachte wieder Bewegung in die Bandgeschichte. Mit Ian Astbury von der 80er-Jahre-Kult-Band The Cult gingen die Doors zunächst in den USA wieder auf Tournee, wobei sie allerdings den Bandnamen in „Doors of the 21st Century“ geändert haben. Im Jahre 2004 folgte eine Welttournee. Hintergrund für die Namensänderung ist ein in den USA anhängiger Rechtsstreit, der von John Densmore und den Eltern Jim Morrisons gegen die übrigen Bandmitglieder eingeleitet wurde. Anstelle von John Densmore spielt jetzt Ty Dennis Schlagzeug, und anders als früher tritt die Band mit einem eigenen Bassisten auf (Angelo Barbera). Am 22. Juli 2005 verbot der Los Angeles Superior Court Manzarek und Krieger die Benutzung des Namens „The Doors“ und des Doors-Logos. Außerdem ordnete das Gericht an, dass Manzarek und Krieger alle Gewinne aus den „Doors of the 21st Century“ an die ursprüngliche Doors-Partnerschaft herauszugeben haben.

Ein weiterer Prozess gegen die Urmitglieder der Band wurde von dem Ex-Police Drummer Stewart Copeland angestrengt, der zunächst als Schlagzeuger für die neuformierte Band vorgesehen war. Am 5. Januar 2005 verstarb der ehemalige Manager der Doors, Danny Sugerman.

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