Folks - Songs

 

Ihrer Entstehungsgeschichte gliedern sich die nordamerikanischen Folks Songs in zwei Gruppen: Die Gruppe bilden Volkslieder europäischen Ursprungs, die von den weißen Siedlern - den Deutschen, Spaniern, Franzosen, Engländer, Schotten und Iren etc. - aus der Heimat mitgebracht wurden. Zum Teil haben sich Melodien und Texte im Laufe der Zeit unter dem Eindruck der Neuen Welt etwas verändert. Aber die Verwandtschaft mit den Volksliedern, wie sie heute noch in den europäischen Ursprungsländern weiterleben ist unverkennbar.

 

Mit dem Erwachen des Selbstbewusstseins der Amerikaner, das politisch seinen Niederschlag im Unabhängigkeitskrieg (1775 - 1781) fand, entstehen mehr und mehr völlig neue Lieder aus der spezifisch amerikanischen Erlebnis- und Arbeitswelt heraus.

 

Die Mehrzahl dieser Lieder stammt aus dem 19.Jahrhundert. Oft sind Textdichter und Komponist nicht mehr bekannt. Ein Name aber wird in Amerika immer unvergessen bleiben: Stephen Collins Foster (1826 - 1864). Er ist der Nationalheld des amerikanischen  Volksliedes. Über ca. 200 Lieder hat er komponiert, viele davon für Mistrel - Shows, wie z.B. "Oh Susanna" und "Old Folks At Home".

 

Seine Lieder trafen die Empfindungen und Sehnsüchtige der amerikanischen Bevölkerung so genau, daß sie schnell im wahrsten Sinne des Wortes zu Volksliedern wurden. Die Minstrel - Show waren um die Mitte des vorigen Jahrhunderts beliebte Musikveranstaltung. Musiker schlossen sich in Gruppen zusammen und zogen von Ort zu Ort, wo sie ihre Lieder showartig darboten, z.B. 1843 die "Virginia - Minstrele" eine Gruppe von vier gleich bekleideten Musikern, ausgerüstet mit Banjo, Violine, Bones und Tambourin. Im Anfang trafen nur weiße auf, die sich die Gesichter schwarz färbten, daher die Bezeichnung "Blackface - Minstrels". Oft ahmten sie possenhaft die "Plantagenlieder" und den Musizierten der Schwarzen nach. Später übernahmen  Farbige die Mistrel - Shows, die sogenannten Negro - Minstrels. Auch das berühmte Dixie Lied von Old Dan Emmet (Daniel Decator Emmet, 1815 - 1904) entstand für eine Minstrel - Show. Mit dem Beginn des Bürgerkrieges (1861 - 1865) war der Spaß an den Mistrel - Shows vorbei. Das Dixie Lied wurde zur Nationalhymne der Südstaaten. Das hinderte die Nordstaaten nicht dran, es ebenfalls, allerdings mit einem anderen Text, zu singen.

 

Von den meisten amerikanischen Folkssongs gibt es mehrere Versionen. Keine erhebt den Anspruch, allein gültig zu sein. Nicht nur den einzelnen Bundesstaaten, sondern auch in Stadt und Land entwickelten sich unterschiedliche Volsliedtraditionen. Bei deutschen Volksliedern sind wir gewohnt, das sie landauf, landab meist derselben Melodie, demselben Text gesungen werden. Anders bei den amerikanischen Folks - Songs: Sie sind grundsätzlich freier zu singen und zu spielen.

 

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